Von Indivello Redaktion · 25. August 2026 · ca. 7 Min. Lesezeit
Jedes Jahr dieselbe Frage: Welche Plätzchen kommen dieses Jahr in die Dose? Wir haben uns durch echte Umfragen zu den beliebtesten Weihnachtsplätzchen Deutschlands gewühlt – vom Lebensmittelverband Deutschland bis YouGov – und daraus eine Rangliste der 10 besten Keksrezepte gebaut. Jedes mit kurzer Herkunftsgeschichte und einem Rezept zum direkten Nachbacken.
Wie diese Rangliste entstanden ist
Die Top-Platzierungen basieren auf einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland sowie einer YouGov-Erhebung zu den liebsten Weihnachtsplätzchen. Die Plätze dahinter füllen wir mit Klassikern, die in kaum einer deutschen Plätzchendose fehlen und eine besondere regionale oder historische Geschichte mitbringen.
Beliebte personalisierte Geschenke
Eine kleine Auswahl aus unserem Etsy-Shop – jedes Stück individuell mit Namen, Datum oder Foto gestaltet.
Herkunft: Der Klassiker stammt vermutlich aus dem süddeutsch-österreichischen Raum und ist laut Civey-Umfrage das beliebteste Weihnachtsplätzchen der Deutschen überhaupt.
Zutaten (für ca. 40 Stück):
250 g Mehl
200 g kalte Butter
80 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
Puderzucker und Vanillezucker zum Wenden
Zubereitung:
Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verkneten und 30 Minuten kühl stellen.
Kleine Rollen formen, zu Kipferln biegen und bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 12 Minuten backen, bis sie hellgolden sind.
Noch warm in einer Mischung aus Puderzucker und Vanillezucker wenden.
2. Lebkuchen
Herkunft: Nürnberg gilt seit dem Mittelalter als Zentrum der Lebkuchenherstellung – die Stadt lag ideal an Handelsrouten für die benötigten Gewürze.
Zutaten (für ca. 30 Stück):
250 g Honig
100 g brauner Zucker
500 g Mehl
2 Eier
1 Päckchen Lebkuchengewürz
1 TL Natron
100 g gemahlene Haselnüsse
Zubereitung:
Honig und Zucker leicht erwärmen, bis sich der Zucker löst, dann abkühlen lassen.
Mit den restlichen Zutaten zu einem festen Teig verarbeiten und über Nacht kühl stellen.
Ausrollen, ausstechen und bei 180 °C etwa 12 bis 15 Minuten backen.
3. Butterplätzchen (Ausstechplätzchen)
Herkunft: Der einfache Mürbeteig-Klassiker ist in praktisch jeder deutschen Region verbreitet und meist das erste Rezept, das Kinder backen lernen.
Zutaten (für ca. 50 Stück):
300 g Mehl
200 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
Zubereitung:
Alle Zutaten zu einem glatten Mürbeteig verkneten und 30 Minuten kühl stellen.
Ausrollen und mit Ausstechformen Figuren ausstechen.
Bei 180 °C etwa 8 bis 10 Minuten hellgolden backen und nach Belieben verzieren.
Herkunft: Zimtsterne gelten als schwäbisches Traditionsgebäck und sind durch ihren markanten Baiser-Guss auf dem zimtigen Nussteig unverwechselbar.
Zutaten (für ca. 30 Stück):
3 Eiweiß
250 g Puderzucker
300 g gemahlene Mandeln
2 TL Zimt
Zubereitung:
Eiweiß steif schlagen, Puderzucker einrieseln lassen, bis eine glänzende Masse entsteht.
Ein Drittel der Masse beiseitestellen, den Rest mit Mandeln und Zimt zu einem Teig verkneten.
Ausrollen, Sterne ausstechen, mit der beiseitegestellten Masse bestreichen und bei 150 °C etwa 20 Minuten backen.
5. Spritzgebäck
Herkunft: Der Name stammt vom “Spritzen” des Teigs durch einen Spritzbeutel oder Fleischwolf-Aufsatz – eine Technik, die seit dem frühen 20. Jahrhundert in deutschen Haushalten verbreitet ist.
Zutaten (für ca. 40 Stück):
250 g Butter
200 g Zucker
1 Ei
400 g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
Zubereitung:
Butter und Zucker cremig rühren, Ei unterrühren, dann Mehl und Vanillezucker einarbeiten.
Teig in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und Formen auf ein Blech spritzen.
Bei 180 °C etwa 10 Minuten backen, nach Belieben halb in Schokolade tauchen.
6. Kokosmakronen
Herkunft: Makronen kamen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland und haben sich seit dem 19. Jahrhundert als eigenständiges, oft glutenfreies Weihnachtsgebäck etabliert.
Zutaten (für ca. 25 Stück):
3 Eiweiß
150 g Zucker
200 g Kokosraspel
1 Prise Salz
Zubereitung:
Eiweiß mit Salz steif schlagen, Zucker langsam einrieseln lassen.
Kokosraspel vorsichtig unterheben.
Mit zwei Löffeln Häufchen auf Oblaten oder Backpapier setzen und bei 150 °C etwa 20 Minuten backen.
7. Linzer Augen
Herkunft: Benannt nach der österreichischen Stadt Linz, sind Linzer Augen zwei mit Marmelade verbundene Mürbeteigplätzchen mit einem kleinen “Auge” als Sichtfenster.
Zutaten (für ca. 20 Doppelplätzchen):
300 g Mehl
200 g Butter
100 g Zucker
100 g gemahlene Haselnüsse
1 Eigelb
Johannisbeer- oder Aprikosenmarmelade
Zubereitung:
Alle Zutaten außer der Marmelade zu einem Teig verkneten und kühl stellen.
Ausrollen, die Hälfte der Plätzchen mit einem kleinen Loch in der Mitte ausstechen.
Bei 180 °C backen, nach dem Abkühlen mit Marmelade bestreichen und zusammensetzen.
8. Spekulatius
Herkunft: Traditionell mit geschnitzten Holzmodeln geformt, ist Spekulatius vor allem im Rheinland und in Norddeutschland als Nikolaus-Gebäck verwurzelt.
Zutaten (für ca. 40 Stück):
300 g Mehl
150 g Butter
150 g brauner Zucker
1 Ei
1 Päckchen Spekulatiusgewürz
1 TL Backpulver
Zubereitung:
Alle Zutaten zu einem Teig verkneten und über Nacht kühl stellen.
Dünn ausrollen und mit Model oder Ausstechform formen.
Bei 180 °C etwa 10 bis 12 Minuten backen.
9. Nussecken
Herkunft: Das klassische Blechgebäck mit Mürbeteigboden und Nussguss ist in ganz Deutschland ein fester Bestandteil vieler Plätzchenteller.
Zutaten (für ein Blech):
300 g Mehl
150 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
200 g gehackte Haselnüsse
150 g Honig
100 g Zucker (für den Guss)
200 g Schokolade zum Verzieren
Zubereitung:
Mehl, Butter, Zucker und Ei zu einem Mürbeteig verarbeiten, auf ein Blech drücken.
Nüsse, Honig und Zucker aufkochen und gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
Bei 180 °C etwa 20 Minuten backen, nach dem Abkühlen in Ecken schneiden und mit Schokolade verzieren.
10. Heidesand
Herkunft: Der buttrig-sandige Keks stammt ursprünglich aus der Lüneburger Heide und verdankt seinen Namen der charakteristisch sandigen Textur.
Zutaten (für ca. 30 Stück):
250 g Butter
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
350 g Mehl
Zubereitung:
Butter in einem Topf leicht bräunen lassen, bis sie nussig duftet, dann abkühlen lassen.
Mit Zucker, Vanillezucker, Salz und Mehl zu einem Teig verkneten und zu einer Rolle formen.
Gekühlt in Scheiben schneiden und bei 180 °C etwa 12 Minuten backen.
Plätzchen als Geschenk statt nur für die eigene Dose
Ein Teil der gebackenen Plätzchen lässt sich hervorragend verschenken – etwa als kleines Mitbringsel zum Adventskaffee oder als Wichtelgeschenk im Büro. Damit die Plätzchen auf dem Weg nicht zerbrechen, eignen sich robustere Sorten wie Vanillekipferl, Spekulatius oder Heidesand besser als zerbrechliche Baiser-Kekse wie Zimtsterne. Eine hübsche, wiederverwendbare Dose mit einem handgeschriebenen Etikett – am besten mit Name und Sorte – macht aus selbstgebackenen Plätzchen ein Geschenk, das genauso viel Aufmerksamkeit verdient wie gekaufte Süßigkeiten, aber deutlich persönlicher wirkt.
Etwas aufwendiger: Vanillekipferl, Zimtsterne, Spekulatius, Heidesand
Für Geduldige: Lebkuchen (Ruhezeit über Nacht), Linzer Augen, Nussecken
Checkliste: Die perfekte Plätzchendose
Mindestens 3 verschiedene Sorten einplanen – Struktur (Mürbeteig, Baiser, Blechgebäck) sorgt für Abwechslung.
Haltbarkeit mitdenken – Vanillekipferl und Spekulatius halten länger als frische Makronen.
Rechtzeitig anfangen – Lebkuchen- und Linzer-Teig brauchen Ruhezeit, das lässt sich gut vorplanen.
Für Geschenke aufheben – ein Teil der Ausbeute in einer hübschen, personalisierten Dose macht sich auch als Mitbringsel gut.
Am Ende zählt bei der Plätzchendose weniger die Anzahl der Sorten als die Vielfalt an Konsistenz und Geschmack – und ein bisschen Familientradition, warum genau diese zehn es dieses Jahr in die Dose geschafft haben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist laut Umfrage das beliebteste Weihnachtsplätzchen in Deutschland?
Das Vanillekipferl liegt in mehreren unabhängigen Umfragen auf Platz 1 der beliebtesten Weihnachtsplätzchen, dicht gefolgt von Lebkuchen und Butterplätzchen.
Welches Plätzchen hat die älteste Geschichte?
Lebkuchen zählt zu den ältesten deutschen Weihnachtsgebäcken – die Tradition in Nürnberg als Zentrum der Lebkuchenherstellung reicht bis ins Mittelalter zurück.
Welche Plätzchen eignen sich am besten zum Verschenken?
Vanillekipferl, Zimtsterne und Spekulatius halten sich in einer gut verschlossenen Dose besonders lange und eignen sich deshalb gut als Geschenk, kombiniert mit einem persönlichen Etikett oder einer personalisierten Keksdose.
Kann ich die Plätzchen auch glutenfrei backen?
Bei den meisten Rezepten lässt sich das Mehl 1:1 gegen eine glutenfreie Mehlmischung austauschen, wobei sich die Konsistenz leicht verändern kann. Kokosmakronen sind ohnehin von Natur aus glutenfrei.
Wie lange halten sich selbstgebackene Weihnachtsplätzchen?
In einer gut verschlossenen Blechdose halten sich die meisten Plätzchen 2 bis 4 Wochen. Mürbeteig- und Butterplätzchen sind meist am haltbarsten, während frische Makronen eher zeitnah gegessen werden sollten.
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